Normen für PSA II

Für Persönliche Schutzausrüstung der verschiedenen Bereiche gibt es zahlreiche Normen und Vorschriften, zum Teil mit ISO-Zertifizierung. Hier stellen wir Ihnen die gängigsten Normen vor.

EN 13688 Schutzkleidung – Allgemeine Anforderungen

Diese Internationale Norm legt allgemeine Leistungsanforderungen an die Ergonomie, die Unschädlichkeit, die Größenbezeichnung, die Alterung, die Verträglichkeit und die Kennzeichnung von Schutzkleidung sowie an die Informationen, die der Hersteller mit der Schutzkleidung mitliefern muss, fest.
Diese Norm wird in Kombination mit anderen Normen angewendet, die Anforderungen an spezifische Leistungen enthalten. Sie darf nicht für sich allein angewendet werden.
Sie ist die Grundlagennorm für Produktnormen für Schutzkleidung für das Inverkehrbringen unter der Richtlinie 89/686/EWG für Persönliche Schutzausrüstung.

Piktogramm für EN 343

EN 343 Schutz gegen Regen

Diese Norm legt die Anforderungen und Prüfverfahren für Materialien und Nähte von Schutzkleidung gegen den Einfluss von Niederschlag (z.B. Regen, Schneeflocken), Nebel und Bodenfeuchtigkeit fest. Die Norm gilt nicht für Kleidungsstücke zum Schutz gegen andere Niederschlagseinflüsse (zum Beispiel Wasserspritzer, Wellen). Anforderungen an Schuhwerk, Handschuhe und separate Kopfbedeckung sind nicht in dieser Norm enthalten.
Prüfinhalt sind die die Eigenschaften der Wasserdichte sowie der Wasserdampfdurchlässigkeit (Atmungsaktivität). Es können drei Klassen erreicht werden. Seit Juni 2019 gibt es noch eine vierte Klasse.

Piktogramm für EN 14058EN 14058  Schutzkleidung – Kleidungsstücke zum Schutz gegen kühle Umgebung

Die Norm legt sowohl die Anforderungen an die Schutzkleidung als auch die Prüfverfahren für Gebrauchseigenschaften von Kleidungsstücken zum Schutz des Körpers gegen kühle Umgebung fest.
Als kühle Umgebung definiert die Norm: Umgebung, die allgemein durch eine mögliche Kombination aus Luftfeuchte und Wind bei Temperatuten von -5° C und darüber gekennzeichnet ist.
Ermittelt wird der Wärmedurchgangswiderstand, d.h. in welchem Umfang die Körperwärme am Körper bleibt. Festgelegt sind die drei Klassen.

Piktogramm für EN 14058EN 342 Schutzkleidung – Kleidungssysteme und Kleidungsstücke zum Schutz gegen Kälte

Die Norm legt die Grundlage für Anforderungen und Prüfverfahren gegen Kälte fest. Die Wärmeisolation ist hierbei die wichtigste Eigenschaft. Wind und körperliche Tätigkeit können die Wärmeisolation erheblich verändern. Das Schwitzen sollte bei längerem Aufenthalt in der Kälte vermieden werden, da die Feuchtigkeitsaufnahme die Isolation beeinträchtigt.
Anhand einer Tabelle, die jeder Informationsschrift eines Kleidungsstückes beiliegt, ist zu entnehmen, bei welcher Temperatur die Bekleidung geeignet ist.

Piktogramm EN ISO 20471EN ISO 20471 Hochsichtbare Warnkleidung

Bekleidung, die nach dieser Norm hergestellt wird, soll sicherstellen, dass der Träger bei allen Lichtverhältnissen und von allen Seiten von Fahrzeugführern auffällig sichtbar und als Mensch erkennbar ist. Diese Norm gilt nur für Situationen mit hohem Risiko, welches in drei Klassen eingeteilt wird. Hohes Risiko besteht immer dann, wenn eine Person nicht aktiv am Verkehrsgeschehen teilnimmt, sondern sich mit anderen Abläufen (Arbeiten oder Notfallsituationen) beschäftigt – also ein passiver Verkehrsteilnehmer ist. Die Klassen richten sich nach den Geschwindigkeiten der Fahrzeuge, in denen der Träger unterwegs ist. Die Kleidung der unterschiedlichen Klassen müssen Mindestanforderungen an Materialmengen entsprechen. Festgelegt sind Farben des Hintergrundmaterials, deren Fläche (in qm) sowie die Länge des Reflexmaterials auf der Kleidung.

Piktogramm EN 388EN 388 Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken

Die EN 388 listet die Kriterien für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken auf. 4 Aspekte mechanischer Beanspruchung sind hier definiert: Abriebfestigkeit, Stichfestigkeit, Reißfestigkeit und Schnittfestigkeit. Handschuhe werden getestet und bekommen eine Leistungsstufe zugeordnet. Je höher, desto besser ist der Handschuh. Schnittfestigkeit bildet dabei eine Ausnahme. Sie wird gesondert geprüft und erhält eine eigene Leistungsstufe, die 5.

Piktogramm EN 388EN 14404 Knieschutz

Der Knieschutz ist nur gewährleistet bei der zusammen zertifizierten Kombination von Knieschutzhosen und Knieschutzpads. Beim Knieschutz des Typs 2 handelt es sich um Polster, die in Taschen am Hosenbein fix oder lose befestigt sind.
Man differenziert 3 Klassen, die sich durch die Stärke des Durchstichschutzes unterscheiden.

Piktogramm EN 510EN 510 Maschinenschutzbekleidung

Diese Norm legt Ausführungsanforderungen an Schutzkleidungsstücke fest, die das Risiko ihres Verfangens oder Einziehens durch bewegte Teile, wenn der Träger an oder in der Nähe von Maschinen oder Geräten mit gefährlichen Bewegungen arbeitet, minimieren. Die Norm umfasst keine Schutzkleidung gegen Verletzungen durch spezielle bewegte Maschinenteile, zum Beispiel Schutzkleidung für Nutzer von Kettensägen.

Zeichen für DIN 32781DIN 32781 Schutzkleidung gegen Pflanzenschutzmittel

Diese Norm legt die Ausführung von und die Anforderungen an Schutzanzüge fest, die bei der Handhabung und Ausbringung (Spritzen, Sprühen) von verdünnten Pflanzenschutzmitteln getragen werden. Das Material der Schutzanzüge hat spezielle Anforderungen gegen Pflanzenschutzmittel hinsichtlich Festigkeit und Dichtheit zu genügen. Der Durchlassgrad (Penetration) wird mittels speziellen Prüfverfahren (Spritzverfahren nach DIN EN 14786:2006) bestimmt. Arbeiten mit unverdünnten, konzentrierten Pflanzenschutzmitteln erfordern zusätzliche Schutzausrüstung wie Schürzen, Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) und Gesichtsschutz.

Zeichen für EN ISO 374-5EN ISO 374-5 Schutz vor Mikroorganismen

Dieser Teil von ISO 374 legt die Anforderungen und Prüfverfahren für Schutzhandschuhe fest, die den Anwender gegen Mikroorganismen schützen sollen. Wenn weitere Schutzmerkmale, zum Beispiel chemische Risiken, mechanische Risiken, thermische Risiken, elektrostatische Entladung, erforderlich sind, muss zusätzlich die entsprechende spezifische Leistungsnorm verwendet werden.
Weitere Informationen zu Schutzhandschuh-Normen Finden Sie in der EN 420.

Zeichen für EN 13034EN 13034 Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien (Typ 6)

Schutzbekleidung des Typs 6 ist zur Verwendung gegen Risiken vorgesehen, bei denen man das Risiko als gering einschätzt, z. B. eine vollständige Schutzwirkung nicht erforderlich ist, da die Träger bei Verunreinigung rechtzeitig in der Lage wären, die Kleidung abzulegen.
Die Kleidung ist dafür vorgesehen, gegenüber kleinen Mengen von Spray und versehentlichen Spritzern zu schützen.

Neben Abriebfestigkeit, Weiterreißfestigkeit, Zugfestigkeit, Durchstichfestigkeit und Nahtfestigkeit werden der Abweisungsindex (Anteil einer festgelegten Chemikalienmenge, die im definierten Zeitraum vom Material abgewiesen wird) und der Penetrationsindex (Anteil einer festgelegten, Chemikalienmenge, die im definierten Zeitraum durch das Material dringt) geprüft. Geprüft werden Aerosol, Spray und leichte Spritzer von:
– 30% Schwefelsäure
– 10% Natronlauge
– O-Xylen
– Butan-1-ol (unverdünnt)

Zeichen für EN 13034EN ISO 13982-1 Schutzkleidung gegen feste Partikel (Typ 5)

Diese Norm enthält die Festlegungskriterien der Mindestanforderungen an teilchendichte Chemikalienschutzkleidung, die widerstandsfähig gegen die Penetration schwebender fester Teilchen ist. Bei diesen Kleidungsstücken handelt es sich um Ganzkörperschutzkleidung, die Rumpf, Arm und Beine bedeckt, wie z. B. einteilige Overalls oder zweiteilige Anzüge.

Mit dieser Norm erfolgt Prüfung und Festlegung der nach innen gerichteten Leckagen. Zusätzlich werden Kriterien wie Nahtfestigkeit, Abrieb-, Biegeriss-, Weiterreiß- und Durchstichfestigkeit, auch mit definierten Bewegungsabläufen überprüft, um Einschränkungen im Arbeitsablauf oder sogar Beschädigungen durch die Bewegung auszuschließen.

Zeichen für EN 13034EN 14605 Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien (Typen 3 und 4)

Die EN 14605 legt die Mindestanforderungen für Ganzkörper- und Teilkörperschutz von Chemikalienschutzkleidung fest. Unterschieden wird in flüssigkeitsdichte (Typ 3) und spraydichte (Typ 4) Kleidung.
Geprüft wird jeweils u.a. mit einem fluoreszierenden oder sichtbaren Farbstoff.

Typ3: Bestimmung der Beständigkeit gegen das Durchdringen eines Flüssigkeitsstrahls. Geprüft werden Verbindungen, Nähte und Verbünde – mit besonderer Aufmerksamkeit auf Dichtigkeit von Kreuznähten und Reißverschlüssen.
Typ 4: Bestimmung der Beständigkeit gegen das Durchdringen von Sprays. Das Spray wird 1 Minute auf die sich um 360° drehende Kleidung gerichtet, während Arme und Beine nach genauer Definition bewegt werden müssen.

Zeichen für EN ISO 14116EN ISO 14116 Schutz gegen Hitze und Flammen

Diese internationale Norm legt die Leistungsanforderung an die Eigenschaften für sämtliche Materialien, alle Materialkombinationen und Schutzkleidung mit begrenzter Flammausbreitung fest. Zusätzlich beschreibt sei die konfektionstechnische Ausführung der Kleidung, z. B., dass es keinen Hautkontakt mit Material des Indexes 1 geben darf. Schutzkleidung dieser Norm soll die Möglichkeit einschränken, dass bei kurzem und unbeabsichtigtem Kontakt mit kleinen Zündquellen, die Kleidung zu brennen beginnt. Weitere Materialanforderungen sind Zugfestigkeit, Weiterreißfestigkeit und Nahtfestigkeit.
Wenn zusätzlich der Schutz gegen Gefährdung durch Hitze erforderlich ist, ist Kleidung dieser Norm ungeeignet.

Zeichen für EN ISO 14116EB ISO 11612 Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen

Die Leistungsanforderungen dieser Norm gelten für Kleidung zum Schutz des Körpers gegen Hitze und/oder Flamme. Die Anforderungen sind für einen weiten Bereich von Anwendungen vorgesehen, in denen der Träger auch Strahlungswärme, konvektiver Wärme, Kontaktwärme oder Spritzern geschmolzenen Metalls ausgesetzt sein kann. Die Leistungsstufen sind durch die Buchstaben A bis F gekennzeichnet. Für alle Leistungsstufen gelten zusätzlich Zahlen. Je höher die Zahl ist, desto höher ist der Schutzfaktor.

Zeichen für EN 1149EN 1149-1, 1149-3, 1149-5 Schutzkleidung elektrostatisch ableitfähig

Die EN 1149-5 regelt die Anforderungen an Werkstoffe (das Material) und die Ausführung für elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung, die Bestandteil eines vollständig geerdeten Systems zur Vermeidung von zündfähigen Entladungen ist.
Die EN 1149-3 legt das Verfahren für die Messung des Abbaus elektrostatischer Ladung von Oberflächen der Kleidungsmaterialien fest.
Die EN 1149-1 regelt das Verfahren für die Messung des Oberflächenwiderstandes der Kleidungsmaterialien.

Zeichen für EN ISO 11611EN ISO 11611 Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren

Diese Norm legt die Mindestanforderungen für Schutzbekleidung fest, die dazu vorgesehen ist, den Träger gegen Schweißspritzer (kleine Spritzer geschmolzenen Metalls), kurzzeitigen Kontakt mit Flammen sowie Strahlungswärme aus einem elektrischen Lichtbogen zu schützen, der für Schweißen und verwandte Verfahren zum Einsatz kommt. Die Kleidung bietet unter üblichen Schweißbedingungen in begrenztem Maße elektrische Isolation gegenüber unter Gleichspannung stehenden elektrischen Leitern bis 100 V.
Neben mechanischen Eigenschaften wie Weiterreißfestigkeit, Zug-, Berst- und Nahtfestigkeit wird in zwei verschiedene spezifische Leistungsgruppen unterteilt.

Zeichen für IEC 61482IEC 61482-1-2 Schutzkleidung gegen thermische Gefahren eines Lichtbogens

Diese Norm beschreibt die Verfahren zur Prüfung von Materialien und Kleidungsstücken für hitzebeständigen Flammschutzkleidung für Personen, die elektrischen Lichtbögen ausgesetzt sind.
Eine Einordnung erfolgt in zwei Prüfmethoden: Verfahren 1: Prüfung mit Hilfe eines offenen Lichtbogens und Verfahren 2: Prüfung mit einem gerichteten Lichtbogen.

Es erfolgt eine Unterteilung in 2 Klassen: Klasse 1 = 4 Kiloampere, Klasse 2 = 7 Kiloampere.

Die festgelegte Lichtbogendauer beträgt für beide Prüfklassen 500 Millisekunden (= 0,5 Sekunden). Prüfkriterien für Material und Kleidung: Nachbrennzeit 5 Sekunden, kein Durchschmelzen zur Innenseite, kein Loch größer als 5 mm Ø (der inneren Schicht).
Bei der Prüfung von Material wird zusätzlich noch der Wärmestrom überprüft, d. h. der Maximalwert der Temperaturerhöhung und der Zeitpunkt der Maximaltemperatur.

Zeichen für EN 421EN 421 Schutz gegen radioaktive Kontamination

Diese europäische Norm legt Anforderungen an und Prüfverfahren für Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlung und radioaktive Kontamination fest. Die Norm gilt für Handschuhe, die die Hand und verschiedene Teile des Arms und der Schulter schützen. Sie gilt außerdem für Handschuhe, die in permanenten Umschließungen anzubringen sind. Diese Norm gilt auch für Übergangsärmel, die zwischen einem Handschuh und einer permanenten Umschließung eingesetzt werden. Die Anforderungen dieser Europäischen Norm gelten nicht für Schutzhandschuhe gegen Röntgenstrahlen. Die Norm behandelt insbesondere Aspekte der Qualität, des Gesundheits- und Arbeitsschutzes. Handschuhe, die dieser Norm entsprechen, werden in Bereichen eingesetzt, in denen eine Gefährdung durch ionisierende Strahlung und radioaktive Kontamination gegeben sein könnte, zum Beispiel bei der Handhabung von radioaktiven Materialien in Umschließungen.

Zeichen für EN 421-2EN 421 Schutz gegen ionisierende Strahlung

Diese europäische Norm legt Anforderungen an und Prüfverfahren für Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlung und radioaktive Kontamination fest. Die Norm gilt für Handschuhe, die die Hand und verschiedene Teile des Arms und der Schulter schützen. Sie gilt außerdem für Handschuhe, die in permanenten Umschließungen anzubringen sind. Diese Norm gilt auch für Übergangsärmel, die zwischen einem Handschuh und einer permanenten Umschließung eingesetzt werden. Die Anforderungen dieser Europäischen Norm gelten nicht für Schutzhandschuhe gegen Röntgenstrahlen. Die Norm behandelt insbesondere Aspekte der Qualität, des Gesundheits- und Arbeitsschutzes. Handschuhe, die dieser Norm entsprechen, werden in Bereichen eingesetzt, in denen eine Gefährdung durch ionisierende Strahlung und radioaktive Kontamination gegeben sein könnte, zum Beispiel bei der Handhabung von radioaktiven Materialien in Umschließungen.

 

Normen für PSA II

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